Unfall beim Ausparken- Rückwärtsfahren erfordert eine besondere Vorsicht!

Zuletzt aktualisiert: 27. Mai 2016

Die Erfahrung zeigt, dass es bei einem Verkehrsunfall auf einem Parkplatz, z.B. vor einem Einkaufszentrum oft zu einer Haftungsteilung kommt. Beim Rückwärtsfahren ist immer besondere Vorsicht an den Tag zu legen. Auch wenn man sich keiner Schuld bewusst ist, können unbedachte Äußerungen zu einer Teilschuld führen.

Es erfolgt oft ein Verweis auf einen Verstoß gegen § 1 Abs. 2 StVO, also gegen die Pflicht zur allgemeinen Rücksichtnahme. Demnach muss sich ein Verkehrsteilnehmer so verhalten, dass kein anderer geschädigt, gefährdet oder mehr als unvermeidbar behindert oder belästigt wird.

Allein der Umstand, dass vor dem Rückwärtsfahren ein Blickkontakt mit dem Geschädigten gegeben war oder dieser das Ansetzen zum Ausparken gesehen hat, kann zu einer Teilschuld führen.

Wer auffährt, hat Schuld?!

Zuletzt aktualisiert: 27. Mai 2016

In der Regel trifft bei einem Unfall denjenigen die Schuld, der auffährt. Diese Faustregel gilt aber nicht immer.

Schuld am Unfall hat immer derjenige, der vorsätzlich oder fahrlässig gegen die Verkehrsregeln verstoßen und dadurch den Unfall verursacht hat. Dies ist nicht immer der Auffahrende. Es kommt immer auf den Einzelfall an. Das Oberlandesgericht Rostock hatte in seiner Entscheidung vom 10.07.2015 (AZ: 5 U 67/14) einen Fall zu beurteilen, bei dem ein Kläger auf der Autobahn zum Überholen ausscherte und das nachfolgende, sich auf der Überholspur befindliche Fahrzeug auf das Fahrzeug des Klägers auffuhr.

Das Gericht stellte fest, dass man nur überholen darf, wenn eine „Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer ausgeschlossen ist“. Der Kläger hatte die Rückschaupflicht verletzt, so dass ihn die Schuld am Unfall traf.

Einen anderen Fall hatte das Amtsgericht München am 27.07.2001 (AZ: 345 C 10019/01) zu entscheiden. Es kam auf einer grünen Linksabbiegespur zu einem Auffahrunfall. Das vorausfahrende Fahrzeug ist erst angefahren und hatte dann unvermittelt eine Vollbremsung ohne verkehrsbedingten Grund gemacht. Das Gericht entschied, dass der Auffahrende nicht zu zahlen hatte, da der geringe Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug unerheblich sei. Im Gr0ßstadtverkehr müssen die Grünphasen an der Ampel ausgenutzt werden, damit der Verkehrsfluss nicht behindert wird, Deshalb sei es nach dem Gericht zulässig, an grünem Ampeln in geringem Abstand loszufahren.